Allgemeines zum Haus

Die Wiederbelebung leer stehender denkmalgeschützter Häuser eröffnet neue Perspektiven, sowohl für deren Eigentümer als auch für kreative Nutzer. Mit diesem Gedanken versucht der Verein HausHalten Halle e.V. von Verfall und Abriss bedrohte Häuser wiederzubeleben. Er nimmt Kontakt zu den Eigentümern auf und vermittelt ihnen Nutzer, die für eine begrenzte Zeit als „Hauswächter“ einziehen. Die Nutzer zahlen keine Miete, aber sie tragen die Nebenkosten und verpflichten sich Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

Dank dieser Initiative wird das frühere Gasthaus „Goldener Pflug“ seit Januar 2013 wieder genutzt und damit auch erhalten. Seitdem ist das Haus Arbeits- und Rückzugsort für bildende Künstler und andere Freischaffende, die es in ihrer Freizeit mit denkmalgerechten Maßnahmen pflegen und wiederherstellen.

Doch der Goldene Pflug ist auch ein Veranstaltungsort. Wir laden mehrmals im Jahr zu Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Workshops ein und würden uns freuen, Sie bei einer dieser Gelegenheiten in „unserem“ Haus begrüßen zu dürfen.

Historisches

“Haus zum Goldenen Pflug” | “Künstlerverein auf dem Pflug”

Der Goldene Pflug (Alter Markt 27) gehört zu den ältesten Gebäuden von Halle. Um 1602 wurde das Gebäude fertig gestellt und bis Mitte der 1920er Jahre wurde der Goldene Pflug als Gasthof genutzt. Charakteristisch für den „Pflug“ ist das Giebelhäuschen sowie das hohe und steile Dach.
Im 19. Jahrhundert gehörte er zu den am häufigsten besuchten Studentenlokalen Halles.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war es das Vereinslokal der „Freien Vereinigung für Kunst und Literatur“ und erhielt Ende 1905 den Namen „Künstlerverein auf dem Pflug“ („Kunst pflügt“). Er bestand bis Anfang der 1940er Jahre. Zu den „Pflügern“ gehörten u.a. folgende Maler und Schriftsteller: Heinrich Kopp, Richard Degenkolbe, Fritz Mannicke, Fritz Erdner, Heinrich Keiling, Karl Jolas, Paul Juckoff, Hans Hering, Ewald Manz, Marie Peppmüller, Karl Schmidt, Clemens Vaccano; Ernst Sigmund von Sallwürk, Paul Pabst; Alfred Weßner Julius Kallmeyer, Hans von Volkmann (Ehrenmitglied), Gustav Kammrath, Otto Kneise, Robert Moritz.
Der Künstlerverein organisierte zahlreiche Ausstellungen und Konzerte in Halle.

Q: Gemeinsame Publikation: Hallische Mappe (1910), Gebauer-Schwetschke, Halle/S.